Über die Schönheit
aus der griechischen Mythologie
In der griechischen Mythologie wird von der Hochzeit Peleus, eines Halbgotts, mit der Meeresgöttin Thetis berichtet.
Die Götter waren Hochzeitsgäste, aber Eris, die Göttin des Streits, war nicht eingeladen worden und warf deshalb – aus Rache – den Göttinnen Hera, Athena und Aphrodite einen goldenen Apfel mit der Aufschrift "Der Schönsten" zu.
In dem zwischen den drei Göttinnen ausbrechenden Zank um den Preis, eben den Zankapfel, wurde Paris zum Schiedsrichter gewählt. Jede der drei Konkurrentinnen versuchte, ihn durch Versprechungen zu beeinflussen.
Paris' Entscheidung, den Apfel Aphrodite zu überreichen, führte schließlich zum Trojanischen Krieg und zur Zerstörung Trojas. Aphrodite hatte Paris nämlich Helena, die schönste Frau Griechenlands versprochen, die mit Menelaos verheiratet war. Paris entführte sie, und diese "Entführung der schönen Helena" war für die Griechen der Grund dieses jahrelangen Kampfes.
Der erste Schönheitswettbewerb der Geschichte endete also nicht nur mit einem Eklat, sondern mit Krieg.
Über die Schönheit ist seitdem sehr viel gesagt und geschrieben worden. Man hat zu allen Zeiten versucht, Regeln für die Schönheit aufzustellen – die Schönheit messbar zu machen. Aber über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten und nichts änderte sich im Laufe der Jahrhunderte so häufig wie der Geschmack.
Sokrates nannte die Schönheit eine Tyrannei, die nicht lange währt,
nach Aristoteles ist sie der beste Empfehlungsbrief,
nach Theokrit ein bezauberndes Vorurteil
und nach Theophrastus ein stiller Betrug.
Für Lohberger ist Schönheit das Gebet der Götter,
für Stendhal das Versprechen des Glücks,
für Congreve das Geschenk der Liebenden,
und für Bierbaum ist sie der Sinn der Welt.
Charles Baudelaire verfasste sogar eine Lobrede auf die Schminke, in der er schreibt:
Die Frau ist ganz in ihrem Recht und erfüllt sogar eine Art von Pflicht, wenn sie alles dransetzt, zauberhaft und natürlich zu erscheinen.
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